Ein Mindestlohn hat auch Vorteile für die Gesellschaft, den Staat und sogar Unternehmen gebracht. Ganz oben auf der Liste steht dabei der Kampf gegen Lohndumping. Zu weit waren Löhne in manchen Branchen nach unten gegangen, oft auch von skrupellosen Geschäftemachern, die aus der Not der Menschen Profite machen wollten. Mit dem Mindestlohn wurde dem einen Riegel vorgeschoben.

Außerdem wurde Arbeit wieder interessanter gemacht. Statt den von Wirtschaftsinstituten und großen Unternehmen prognostizierten eine Million weniger Arbeitsplätze kamen mehr Menschen in Lohn und Brot. Sie hatten wieder einen Anreiz, zu arbeiten, weil sie damit auch ein Gehalt bekamen, von dem sie leben konnten. Für den Staat bedeuten diese Beschäftigungsverhältnisse aber auch, dass zusätzlich Geld in die Renten- und Krankenversicherungskassen fließt.

Schluss mit Generation Praktikum

Unternehmen bekamen mit diesen Arbeitnehmern auch motivierte Angestellte, weil sie einen höheren Lohn bekamen und dann in vielen Fällen auch produktiver waren. Gleichzeitig wurde der Ausbeutung von Schulabgängern ein Riegel vorgeschoben, die von einem Praktikum zu anderen gereicht wurde. Das bedeutet letztlich auch, dass diese beginnen können, eine Karriere zu machen.

Die etwa 1400 Euro, die man mit dem Mindestlohn verdient, kommen ohnehin fast komplett wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück. Kaum jemand wird in der Lage sein, von diesem Geld überhaupt etwas zurückzulegen. So profitiert auch die Gesamtwirtschaft von dem dadurch angekurbelten Konsum.

Durch den geringere Zahl derer, die durch den Mindestlohn auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, sinken auch Kosten für den Staat. Er muss weniger Menschen mit Geld unterstützen, außerdem wird einiges an Verwaltungsressourcen für andere Zwecke frei. Letztlich fördert man mit einem Mindestlohn auch den gesellschaftlichen Konsens. Arbeit ist nicht ein frei verhandelbares Gut, sondern entsprechend dem Prinzip der sozialen Marktwirtschaft gibt es Grenzen des freien Handels. Dort, wo die Menschen betroffen sind und ihre Wohlfahrt nicht mehr gewährleistet werden kann, muss der Staat eingreifen. Letztlich befriedet das auch eine Gesellschaft, trotz der nach wie vor großen Einkommensunterschiede.