Ein Mindestlohn, das hat sich spätestens seit seiner Einführung gezeigt, ist mit einigen Vorteilen verbunden. Vor allem Arbeitnehmer profitieren davon. Auch wenn der Mindestlohn noch keine Garantie dafür ist, dass man von seinem Gehalt auch leben kann, so kann er doch eine Hilfe im Niedriglohnbereich sein. Der Lohn ist immerhin so bemessen, dass man in einer Vierzig-Stunden-Woche am Monatsende etwa 1.400 Euro verdient hat – das reicht zumindest für ein einfaches Leben. Damit wird aber den Menschen auch wieder Hoffnung gegeben: Sie müssen nicht von zwei Jobs leben, die ihnen so gut wie keine Freizeit mehr lassen. Durch den Mindestlohn ist auch die Angst genommen worden, dass man noch weniger verdient als im Monat zuvor.

Viele Firmen wollen mehr bezahlen

Für Arbeitnehmer ist damit schon einmal sichergestellt, dass es eine rechtliche Untergrenze gibt. Wer sie als Arbeitgeber unterschreitet, läuft Gefahr, angezeigt und mit einer saftigen Strafe bedacht zu werden. Gerade in den schlechter bezahlten Berufen ist das immer wieder vorgekommen. Man kann aber auch als Arbeitnehmer den Mindestlohn als Basis für eine Lohnverhandlung nehmen: Kein Arbeitgeber will nach außen hin so erscheinen, dass man lediglich den Mindestlohn bezahlt. Deshalb legen manche lieber ein paar Cent drauf, was wiederum den Arbeitnehmern zugute kommt.

Durch die Anpassung des Mindestlohns wird außerdem sichergestellt, dass man zumindest parallel zu den Tarifentwicklungen läuft. Damit ist so gut wie sicher, dass der Mindestlohn alle zwei Jahre erhöht wird. Man bekommt aber auch eine Art Arbeitsplatzgarantie: Für Firmen lässt es sich mit dem Mindestlohn letztlich besser rechnen als mit immer neuen Verhandlungen, die meistens sogar noch schlechter ausgehen.

Schließlich wird auch ein Stück Gerechtigkeit geschaffen: Man bekommt für seinen Vollzeitjob auch eine angemessene Entlohnung. Das wiederum hilft bei der Eingliederung in die Gesellschaft, vor allem auch bei Langzeitarbeitslosen oder Arbeitnehmer, die nach einer langen Krankheit wieder zurück in ein Beschäftigungsverhältnis wollen.